Taz iconTazSep 3, 2026 ~6 min source read

Alphaville ausgeladen, dann wieder eingeladen: Streit um Politik auf dem „Glücksgefühle“-Festival

Die Band Alphaville wurde zunächst vom Glücksgefühle-Festival in Hockenheim ausgeladen, weil der Veranstalter politische Äußerungen der Band für störend hielt. Nach Protesten gab es eine Wiedereinladung; die Band und weitere Künstler reagierten scharf.

Festival-Ausladung von Alphaville: Doch noch Glücksgefühle über Meinungsfreiheit

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Veranstalter Markus Krampe begründete die Absage mit dem Ziel, Festivalbesuchern eine unbeschwerte, unpolitische Zeit zu ermöglichen.

Alphaville kritisierte die Vorgabe als „Maulkorberlass“ und verwies auf frühere Bühnenäußerungen gegen die AfD und auf eine Regenbogenflagge bei einem Song.

Das „Glücksgefühle"-Festival auf dem Hockenheimring verfolgt ein klares Motto: den Besuchern „unbeschwerte" Stimmung bieten. Zwei Tage vor dem geplanten Alphaville-Auftritt teilte der Veranstalter mit, er wolle politische Aussagen auf seiner Bühne nicht dulden. Als Begründung nannte Markus Krampe, man wolle eine Zeit jenseits „jeglicher möglicher Konflikte" ermöglichen.

Die Band war nach früheren Bühnenäußerungen des Sängers Marian Gold ins Visier geraten. Gold hatte bei einem Konzert gesagt, es könne nicht sein, „dass mit der AfD die Nazis uns unser Land wegnehmen". Außerdem war bei einem Auftritt eine Regenbogenflagge hinter dem Song „Carry Your Flag" zu sehen. Alphaville bezeichnet sich selbst als linksliberal und hat in der Vergangenheit untersagt, dass die AfD ihren Song „Forever Young" für Wahlkampfzwecke verwendet.

Alphaville bezeichnete die Ausladung als „Maulkorberlass" und kritisierte die Einschränkung von Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit. In der Folge äußerten mehrere Künstlerinnen und Künstler laut Berichten Kritik am Vorgehen des Festivals. Einige Acts nutzten ihren Auftritt, um sich solidarisch zu zeigen oder politische Positionen zu formulieren.

Nach öffentlicher Kritik berichteten Medien, der Veranstalter habe auf die Band zugegangen und Alphaville wieder eingeladen. In anderen Berichten heißt es, Alphaville lehnte einen späteren Auftritt ab. Die Lage blieb damit uneinheitlich: die ursprüngliche Absage, die öffentliche Empörung und die anschließende Kommunikation führten zu widersprüchlichen Meldungen über den endgültigen Auftritt der Band.

Der Streit dreht sich um die Frage, ob ein Festival gerichtete Vorgaben zur Bühnenfreiheit durchsetzen darf, um eine „unbeschwerte" Atmosphäre zu wahren. Kritiker des Festivals sehen in der Ausladung eine politische Entscheidung: die Absage einer Band, die sich gegen eine rechtspopulistische Partei positioniert. Befürworter des Festival-Ansatzes verweisen auf das Publikumserlebnis und die Absicht, Konflikte vor Ort zu minimieren.

Konkrete Punkte, die die Kontroverse prägen

  • Alphaville argumentiert, dass Bühnenäußerungen Teil künstlerischer Freiheit sind und nicht vorab unterbunden werden dürfen.
  • Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen reagierten mit Solidarity-Aktionen oder öffentlicher Kritik am Festivalmanagement.

Die Berichterstattung nennt sowohl eine Wiedereinladung der Band als auch deren spätere Entscheidung, dem Festival fernzubleiben. Damit bleibt der konkrete Status des Auftritts in den Quellen uneinheitlich. Die Kontroverse wirft aber klarere Fragen auf zur Praxis großer Festivals, politisches Reden im Programm zu regeln, und zur Erwartungshaltung an Künstlerinnen und Künstler bei Großveranstaltungen.

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