Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden‑Baden München als deutschen Kandidaten für kommende Olympische und Paralympische Sommerspiele bestimmt. Die Abstimmung erfolgte geheim. München setzte sich gegen das gemeinsame Konzept Köln‑Rhein‑Ruhr durch.
Düsseldorf war im Rhein‑Ruhr‑Konzept kein Beiwerk: die Bewerbung sah mehrere Wettbewerbsorte in der Stadt vor, darunter Messe Düsseldorf, PSD Bank Dome, Merkur Spiel‑Arena, den Medienhafen und die Rheinwiesen. Ein Stadtratsbürgerentscheid am 19. April 2026 hatte in Düsseldorf breite Unterstützung für eine Bewerbung gezeigt – rund 67 Prozent stimmten damals für das Konzept.
Nachdem der DOSB München auswählte, ist Düsseldorf vorerst aus dem nationalen Bewerbungsprozess ausgeschieden. Die Stadtspitze reagierte mit Bedauern, bekundete aber gleichzeitig Bereitschaft, weiter große Sportveranstaltungen nach Düsseldorf zu holen.
Oberbürgermeister Stephan Keller bedauerte das Ergebnis, dankte den Unterstützenden und signalisierte, dass Düsseldorf weiterhin internationale Sportevents anstreben werde, etwa die Eishockey‑WM im nächsten Jahr und die UEFA Women's Euro 2029. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche verwies darauf, dass die Bewerbung die vorhandenen Kapazitäten und Erfahrungen der Region gezeigt habe und dass diese Erfahrungen künftig helfen würden, weitere Großveranstaltungen professionell und nachhaltig zu organisieren.
Wichtige Verfahrenspunkte und Zeitplan
Deutschland befindet sich laut DOSB derzeit in der IOC‑Phase des sogenannten kontinuierlichen Dialogs – das heißt: Interesse an einer Bewerbung ist offiziell hinterlegt, aber noch nicht in die nächsten, intensiveren Prüfphasen übergegangen.
Der vom IOC kommunizierte Zeitplan für die nächste Stufe lautet:
- März 2027: Beginn der zweiten Phase, der strategische Dialog
- Ende 2028: Beginn der dritten Phase, der gezielte Dialog
- Mitte 2029: Bekanntgabe des Ausrichters (eine Kampfabstimmung bleibt möglich)
Bereits vor der Abstimmung galt München als leichter Favorit: In einer vorangegangenen DOSB‑Bewertung lag München knapp vor der Rhein‑Ruhr‑Bewerbung. Berlin hatte kurz vor der Wahl seine Bewerbung zurückgezogen, so dass der Entscheid zwischen München und Köln‑Rhein‑Ruhr fiel.
München wird nun die nationale Vertretung sein und in den Dialog mit dem IOC treten. Für Düsseldorf gilt: die konkrete Perspektive, als Austragungsort der Olympischen Spiele zu fungieren, ist gestoppt. Die Stadt will ihren Fokus auf andere internationale Großereignisse richten und die vorhandenen Sportinfrastrukturen weiter nutzen.
- Lokalpolitisch: Enttäuschung in der Stadtverwaltung und bei Unterstützenden der Rhein‑Ruhr‑Bewerbung.
- Veranstaltungsplanung: Düsseldorf plant weiterhin, andere Großveranstaltungen nachzuverfolgen.
- National: Deutschland steht mit München als offiziellem Kandidaten im weiteren IOC‑Verfahren.