Taz iconTazSep 28, 2026 ~6 min source read

Rekordjahr für Solarstrom — und Sorge um den weiteren Ausbau

Photovoltaik hat 2026 schon mehr Strom erzeugt als im gesamten Jahr 2025. Branchenverband BSW-Solar begrüßt das, warnt aber: Geplante Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz könnten den Ausbau von Dachanlagen stark bremsen.

Erfolgreiche erneuerbare Energien: Rekord bei Solarkraft

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Photovoltaik lieferte bis Ende September 2026 rund 90,2 Terawattstunden und übertraf damit das gesamte Jahr 2025 (90,0 TWh).

Solarstrom macht etwa ein Fünftel der deutschen Stromerzeugung.

Die Bundesregierung plant EEG-Änderungen: weg von gesicherter Einspeisevergütung für Dachanlagen hin zur Pflicht zur Direktvermarktung nach einer drei­jährigen Übergangsfrist.

# Rekord bei Solarkraft — kurze Zusammenfassung

# Was die Zahlen bedeuten

Solarstrom macht derzeit rund 20 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland aus. Eine typische 10-Kilowatt-Dachanlage kann laut Verband etwa 10.000 Kilowattstunden pro Jahr liefern. Der neue Rekord ist deshalb nicht nur Wetterglück, sondern Ergebnis von mehr installierter Leistung auf Dächern und Freiflächen.

# Warum die Branche alarmiert ist

Parallel zur Freude über den Rekord läuft im Bundestag die Beratung über eine Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und ein Paket für den Netzausbau. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Vergütungsregeln für Dachanlagen verändern würde. Künftig sollen Betreiberinnen und Betreiber — nach einer Übergangsfrist von drei Jahren — ihren produzierten Strom selbst vermarkten müssen. Die bisher gesicherte Vergütung für eingespeisten Strom würde entfallen.

Der BSW-Solar fordert, die Pflicht zur Direktvermarktung nicht einzuführen und stattdessen einen verlässlichen Vergütungsrahmen zu erhalten. Ohne solche Regelungen erwartet die Branche einen drastischen Rückgang der Nachfrage nach Dachsolaranlagen — Schätzungen in der Meldung sprechen von einem Rückgang um mehr als 70 Prozent, falls die Reform in aktueller Form kommt.

# Zeitplan und rechtliche Schritte

Die Gesetze sollen nach dem Zeitplan Mitte Oktober verabschiedet werden und ab 2027 gelten. Bis dahin bleiben Übergangsfristen und Detailfragen offen — etwa wie eine flächendeckende, praktikable Direktvermarktung für Kleinanlagen organisiert werden soll.

# Konkrete Folgen für Haushalte und Unternehmen

Kurzfristig ändert sich für bereits installierte Anlagen nichts an der erzeugten Strommenge. Langfristig könnten aber wirtschaftliche Rahmenbedingungen für neue Dachanlagen deutlich schlechter werden, wenn Planungs-, Finanzierungs- und Vermarktungsrisiken steigen. Das kann Investitionen hemmen, insbesondere bei Privathaushalten, Vermietern und kleinen Gewerbebetrieben.

# Einschätzung des Verbands

Carsten Körnig, Chef des BSW-Solar, wird mit der Feststellung zitiert, Solarenergie sei inzwischen Bürgerenergie und eine tragende Säule der Stromversorgung. Zugleich sagt er: Der Rekord ist erfreulich, aber kein Grund zum Zurücklehnen. Die Branche fordert rechtliche Verlässlichkeit, um den weiteren Ausbau zu sichern.

# Kerndaten zum Mitnehmen

  • Bis Ende September 2026: 90,2 TWh Solarstrom produziert.
  • Rückblick 2025: 90,0 TWh insgesamt.
  • Anteil am Strommix: etwa 20 Prozent.
  • Typische 10-kW-Anlage: rund 10.000 kWh/Jahr.
  • Branche befürchtet Nachfrageeinbruch von mehr als 70 Prozent für Dachanlagen, wenn die Reform so kommt.

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