Handelsblatt iconHandelsblattOct 2, 2026 ~2 min source read

Wo Käufer im Umland der Metropolen bis zu 62 Prozent sparen

Steigende Innenstadtpreise treiben Käufer in Vororte und Pendlerregionen. Eine Handelsblatt-Auswertung exklusiver Maklerdaten zeigt, wie groß das Sparpotenzial im Umland noch ist — und welche praktischen Abwägungen Käufer anstellen sollten.

Immobilien: Wo Käufer im Umland der Metropolen bis zu 62 Prozent sparen

Share this story

Send the public story page.

Useful takeaways from this story.

Käufer können im Umland großer Städte laut Handelsblatt-Auswertung bis zu 62 Prozent gegenüber Innenstadtkäufen sparen.

Ein konkretes Beispiel: Ein Paar kaufte in Werder (rund 40 km von Berlin) eine 78‑m²‑Wohnung für 265.000 Euro und pendelt 2–3 Tage pro Woche.

Die Umlandpreise steigen ebenfalls, aber für viele Pendler rechnet sich der Kauf weiterhin, wenn Mobilitätskosten, Zeit und Lebensqualität passen.

# Kernpunkte

Hohe Kaufpreise in deutschen Großstädten veranlassen immer mehr Menschen, in die Vororte und Umlandgemeinden zu ziehen. Handelsblatt hat exklusive Daten des Maklers Von Poll Immobilien sowie weitere Studien ausgewertet, um zu zeigen, wo ein Immobilienkauf außerhalb der Metropolen finanziell Sinn macht. Die Analyse nennt Einsparpotenziale von bis zu 62 Prozent gegenüber Innenstadtpreisen.

# Ein anschauliches Beispiel

Fast ihr ganzes Leben lebte Marlies Scheren in Berlin. Vor zwei Jahren zog sie mit ihrem Mann rund 40 Kilometer in das brandenburgische Werder. Für eine 78 Quadratmeter große Wohnung zahlten sie 265.000 Euro. Scheren pendelt seitdem zwei bis drei Tage pro Woche in die Stadt. Das Beispiel zeigt die Praxis: deutliche Kaufpreisersparnis gegen erhöhten Pendelaufwand.

# Was die Daten zeigen

Die Auswertung kombiniert Maklerdaten und weitere Studien, um regionale Preisunterschiede zwischen Innenstädten und dem Umland zu ermitteln. Sie findet, dass das Sparpotenzial groß ist — bis zu 62 Prozent in manchen Umlandlagen. Zugleich steigen die Kaufpreise im Umland vieler Großstädte, sodass die absoluten Unterschiede kleiner werden als früher.

# Worauf Kaufinteressenten konkret achten sollten

  • Distanz und Pendelverhalten: Tage‑ und Wochenpendler haben andere Kosten- und Lebensqualitätsrechnungen als Vollzeitrückkehrer. Rechnen Sie Zeitkosten gegen Kaufpreisersparnis.
  • Verkehrsanbindung: Gute S‑/Regionalbahn- oder Autobahnverbindungen reduzieren effektive Pendelzeit und machen weiter entfernte Orte praktikabel.
  • Gesamtbudget: Niedriger Kaufpreis kann höhere Nebenkosten, längere Mobilitätskosten und Instandhaltungsaufwand kompensieren. Addieren Sie alle laufenden Kosten, nicht nur den Kaufpreis.
  • Preisentwicklung vor Ort: Umlandpreise steigen in vielen Regionen. Prüfen Sie lokale Markttrends, bevor Sie auf vermeintlich günstige Preise setzen.

# Entscheidungsrahmen für Pendler

Wer anderswo kauft, sollte mehrere Szenarien durchrechnen: Best‑Case (Homeoffice, selteneres Pendeln), Normalfall (mehrere Tage/Woche), Worst‑Case (tägliche Fahrt). Je häufiger die Präsenz in der Stadt erforderlich ist, desto geringer der Vorteil niedriger Kaufpreise im Umland.

# Fazit

Der Umzug ins Umland bleibt für viele Käufer finanziell attraktiv — die Handelsblatt‑Auswertung dokumentiert Einsparungen bis zu 62 Prozent. Das Beispiel Werder zeigt: deutlich günstigere Kaufpreise sind realisierbar, allerdings bei regelmäßigem Pendeln. Wer kaufen will, muss Kaufpreis, Mobilitätskosten, Zeitaufwand und lokale Preisentwicklung gegeneinander abwägen.

More context around this story.

Loading more related stories...

Keep reading in the app

Open the app view to save this story, compare related coverage, and continue from the same source.

Open in app