Focus iconFocusSep 15, 2026 ~3 min source read

Alleinerziehende Landwirtin arbeitet bis kurz vor Geburt und kehrte drei Tage danach zurück

Lena Zimmermann aus dem Ammerland betreibt rund 300 Rinder, übernahm 2023 die Hälfte des elterlichen Hofs und kombiniert Stallarbeit, Büropflichten und Kinderbetreuung ohne klassischen Mutterschutz.

Landwirtin: „Am Tag vor Entbindung noch Rinder umgeweidet“

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Drei Tage nach der Geburt stand sie wieder im Betrieb — Tiere können nicht warten und es gibt praktisch keinen klassischen Mutterschutz für Selbstständige.

Familienhilfe ist zentral: ihre Eltern übernehmen viel Betreuung, ein Auszubildender unterstützt im Alltag.

# Kerndaten und Alltag Lena Zimmermann, 34 Jahre alt, führt im niedersächsischen Ammerland einen Familienhof mit rund 300 Rindern. Sie übernahm 2023 die Hälfte des Betriebs ihrer Eltern. Ein Melkroboter ist installiert, doch tägliche Pflege, Fütterung und Stallarbeiten bleiben anspruchsvoll und zeitkritisch.

# Arbeit bis zur Geburt, Rückkehr nach drei Tagen

# Organisation von Arbeit und Kinderbetreuung Zimmermann ist alleinerziehend seit zwei Jahren. Ihr Sohn ist drei Jahre alt und besucht keine Kita. Wenn möglich nimmt sie ihn mit zur Arbeit oder trägt ihn auf dem Arm in der Herde. Oft übernehmen ihre Eltern den Großteil der Betreuung. Ein Auszubildender namens Sören hilft auf dem Hof und erlebt täglich, wie schwierig die Verknüpfung von Landwirtschaft, Büroarbeit und Kinderbetreuung ist.

# Zeitdruck und fehlende Freizeit Die Kombination aus Stallpflichten, bürokratischen Aufgaben und Care‑Arbeit lässt wenig Raum für klassische Freizeit. Zimmermann sagt, dass sie keinen klassischen Feierabend kennt. Aktivitäten wie Pilates oder Yoga spielen für sie keine Rolle, weil sie sich den ganzen Tag körperlich betätigt.

# Gründe, trotz Belastung im Betrieb zu bleiben Landwirtschaft ist für Zimmermann ihr Traumberuf. Sie wuchs auf dem elterlichen Hof auf und studierte Agrarwissenschaft. Die persönliche Verbundenheit mit dem Hof und der Berufswunsch sind Gründe, warum sie die Belastungen in Kauf nimmt. Trotzdem verändert die Situation ihren Alltag dauerhaft: Zeit mit dem Kind muss gegen Nacharbeit am Betrieb abgewogen werden.

# Praktische Konsequenzen für andere Landwirtinnen Zimmermanns Schilderung zeigt konkrete Herausforderungen für selbstständige Landwirtinnen: fehlende gesetzliche Schutz‑ oder Ausfallregelungen, hohe Abhängigkeit von familiärer Betreuung, begrenzte Möglichkeiten für Kinderbetreuung vor dem Kitabeginn und durchgehende Verantwortung für Tiere. Dabei reduziert Technik wie ein Melkroboter Routinearbeit, aber löst nicht die 24‑Stunden‑Verantwortung.

# Was im Alltag hilft Unterstützung durch Angehörige und Auszubildende ist entscheidend, um Stallbetrieb und Kinderbetreuung zu kombinieren. Praktische Lösungen in ihrem Fall sind Mitnahme des Kindes bei gut planbaren Arbeiten, Betreuung durch die Eltern und Hilfe des Auszubildenden. Die Maßnahmen sind pragmatisch, aber keine strukturelle Lösung für alle selbstständigen Landwirtinnen.

# Fazit Die Reportage über Lena Zimmermann dokumentiert, wie intensive Stallarbeit, Elternpflichten und Selbstständigkeit zusammenfallen. Ihr Beispiel zeigt, dass technische Hilfsmittel den Aufwand mildern können, aber familiäre Unterstützung und Flexibilität bleiben die tragenden Elemente für den Alltag einer alleinerziehenden Landwirtin.

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